Eine endliche Geschichte aus der Grülb-Galaxie.

 

 

Einleitung

 

Was um Himmels Willen ist Grülb? Grülb ist eine Plattform, die zum 125-Jahr-Jubiläum der Firma Max Schweizer AG ins Leben gerufen wurde.

 

Mit ihr kannst du in neue Welten eintauchen, deinen Gedanken freien Lauf lassen und die Dinge von einem anderen Winkel aus betrachten. Als Anstoss zum Anhalten, Nachdenken, Spielen, Kreieren, Austauschen und Weiterfahren.

 

Nun hat Marcel Notter den Planeten Momo geschaffen und ist mit 23 kurzen Kapiteln einer eigenen Geschichte in die Grülb-Galaxie eingetaucht.

 

 

Willkommen auf Momo!

Marcel Notter

 

 

1) Der erste Teleboy.

Nun ist er doch noch in dieser Galaxie gelandet, eigentlich wollte er das gar nicht. Das erste, was der neue Grülbianer versuchte, war, die Planeten dieses Sternsystems zu zählen. Also blickte er zum Himmel und entdeckte, dass es zu hell war, um die Sterne zu sehen. Er nahm sich aber vor, bald die nächstgelegene Sternwarte zu besuchen, um einmal nachts einen Blick durch’s Teleskop zu wagen.
Bei diesen Gedanken kam ihm, rein wortschöpfungstechnisch, der Teleboy aus seiner Kindheit in den Sinn. Das Männlein mit der Schaukel an den Füssen aus der TV-Sendung mit Kurt Felix. Völlig erstaunt war dann der neue Grülbianer, als er merkte, dass die anderen Einwohner des Planeten genau gleich aussahen wie dieser Teleboy. Er konnte das nicht verstehen. Ein eigenartiges Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

2) Zweiter Tag.

Der neue Grüblianer stiess nur so zum Spass einer dieser Teleboy ein bisschen an. Dieser schauckelte links, rechts, links, rechts. Der Grüblianer stellte sich nun vor, wie der Teleboy zu sprechen begänne. Genau dies geschah dann auch in Wirklichkeit! Der Teleboy sagte: „Ah, ist das schön, etwas Bewegung! Danke für den Kick, jetzt lebe ich wieder. Ich ruhte 525 Jahre, zwei Monate, eine Woche, vier Tage, dreizehn Stunden, fünfundvierzig Minuten und drei Sekunden. Mann, war das langweilig. Wer bist Du?“ „Ich bin Käpt’n Joe, ein Bruder des bekannten Käpt’n Haddock. Den kennst Du sicher, aus Tim und Struppi“. Kaum sagte er diese Worte zum Teleboy, bereute er es soeben. Wie sollte dieser Teleboy da denn Tim und Struppi und Käpt’n Häddock kennen?!? „Ja, klar, den kenn ich. Fluchst Du auch so?“ „Eigentlich nicht“, meinte der neue Grüblianer namens Käpt’n Joe nachdenklich. Er konnte das nicht verstehen. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

3) Dritter Tag - Begegnung mit PippiStrumpf.

Käpt’n Joe, ein Bruder des bekannten Käpt’n Haddock, wanderte weiter auf diesem geheimnisvollen Planeten. Er traf noch den einen oder anderen Teleboy. Diese stupste er an, sie bedankten sich dafür und sprachen ein paar Worte mit ihm, aber richtig spannend war das mit der Zeit auch nicht. Auf einmal landete PippiStrumpf neben ihm. Aber sie sprach nicht. Dafür konnte sich mit eindrücklichen Visualisierungen auftrumpfen. Sie konnte sich verwandeln, in sekundenschnelle, von einem Fuchs auf dem Baumstrunk in einen lustigen Hasen. Käpt’n Joe hatte seine helle Freude daran. PippiStrumpf kam von einem grünen Planeten. Käpt‘ Joe nahm sich vor, sie bald zu besuchen. Daraufhin verwandelte sich PippiStrumpf zuerst in einen Tintenfisch und dann in eine Maske mit drei Augen. „Ist sie wohl verwandt mit Pippi Langstrumpf?“, überlegte Käpt’n Joe nachdenklich. Er wusste es nicht, und PippiStrumpf konnte er nicht fragen. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.


Am Nachmittag des dritten Tages.

Käpt’n Joe, ein Bruder des bekannten Käpt’n Haddock, wanderte nach der Begegnung mit PippiStrumpf und einem ausgiebigen Mittagsschlaf weiter auf diesem geheimnisvollen Planeten.
Da traf er Paul. Der redete pausenlos. Aufmerksam hörte Käpt’n Joe zu, staunte über die Geschichte von Paul mit dem Handgepäck und dem Alleine sein. Ulkig war das Schicksal des unentschlossenen kleinen Egals und etwas verwirrend die Darstellung des Schrift stellenden Schriftstellers. Käpt’n Joe kam kaum zum Atmen, doch Paul erzählte immer weiter. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

4) Der vierte Tag.

Als Käpt’n Joe am nächsten Tag erwachte, redete Paul immer noch. Diesmal ging es um Hanno und die parkende Bank. Vielleicht wäre es eh klüger, die Banken abzuschaffen, und überhaupt das ganze Geld. Paul hielt kurze inne, als Käpt’n Joe diese Idee unterbreitete, schüttelte den Kopf und erklärte, dass Käpt’n Joe wohl nicht der Klügste wäre. Bank ist nicht gleich Bank, und überhaupt, Eduard von Seifenstatt hat darüber im Kompetenzzentrum für Schlafforschung bereits mehrere Studien verfasst. Paul schwafelte weiter von diesem Frosch und auch von den Löwenzahnblüten. Es wurde Abend und es wurde Tag. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

5) Der fünfte Tag.

Käpt’n Joe staunte nicht schlecht, als Paul ihm am folgenden Tag sämtliche Studien von Eduard bis ins Detail erklären wollte. Als Paul gerade ein Durcheinander mit einem Fremdwort fabrizierte, benütze Käpt’n Joe den kurzen Moment, um mit einem Witz aufzutrumpfen: „Wie heisst eine Mandarine, die gerne spazieren geht?“ „Das ist eine Zitrone, weil diese sauer ist, dass Eduard von Seifenstatt nicht mitkommt“, entgegnete ihm Paul. „Falsch, das ist ein Wanderinli“, sagte Käpt’n Joe, lachte dazu und fand sich wahnsinnig lustig. Paul sprach einfach weiter vom Improvisationstheater und all den Dingen, die noch kommen werden. Es wurde Abend. „Habe ich das nun geträumt, oder ist es Wirklichkeit?“, überlegte Käpt’n Joe nachdenklich. Er war sich nicht sicher, vor allem wegen Eduard und seiner Kompetenz in der Schlafforschung, und HagerBrutzel redete immer noch. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.


6) Momo am sechsten Tag.

Käpt’n Joe dachte lange über die vielen Worte von Paul nach. Auf einmal durchzuckte ihn ein Geistesblitz: Paul war vielleicht nicht Paul, sondern Paul war HagerBrutzel! So wie er in Wirklichkeit nicht Käpt’n Joe war sondern Momo. Er stellte sich das Bild der Statue von sich vor, mit dem grossen Ohr, in Hannover am Michael-Ende-Platz. Wer ist also wer? Wie sah wohl Paul alias HagerBrutzel aus? Käpt’n Joe alias Momo stellte sich in diesem Moment Wicki vor, und augenblicklich verwandelte sich Paul alias HagerBrutzel in Wicki! „Dies ist doch unglaublich“, sinnierte Momo. „Jedesmal, wenn ich mir etwas vorstelle, wird es wahr“. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.


7) Der siebte Tag.

Momo alias Käpt’n Joe war jetzt müde. Er war erst knapp eine Woche in dieser Galaxie und hatte schon viel erlebt. Momo gähnte. Zwei Dinge gingen ihm trotz Erschöpfung nicht aus dem Kopf: Wie konnte es sein, dass sich alle seine Vorstellungen in Wirklichkeit verwandelten, und wie ist es überhaupt möglich, in eine Welt einzutauchen, die es zulässt, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Grülb. Erst letztes Jahr feierte Momo ein 125-Jahr-Jubiläum, 1886 fand eine legendäre Parlamentsversammlung statt. Nun, mit der grülb-Galaxie, entstanden aus 125 Jahren erfolgreicher Firmengeschichte, kann Momo anhalten, nachdenken, spielen, kreieren, austauschen und weiterfahren. „Dies glaubt mir doch Kassiopeia nie“, dachte Momo. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

8) Er oder Sie.

Kurz vor dem Einschlafen dachte Momo: „Am siebten Tage sollst Du ruhn“, am siebten Tage sollst Du ruhn“, dann schlief Momo ein. Was Momo nicht wusste, war, dass neben ihm ein Teleboy, Käpt’n Haddock, Pippi Langstrumpf, ein Frosch, Wicki von den starken Männern, eine wanderlustige Mandarine und die Schildkröte Kassiopeia wachten. Alle schauten Gedanken verloren zu Momo. „Wisst ihr, sie hat noch gar nicht bemerkt, dass sie ein Mädchen ist“, sagte Wicki leise, „bei mir war es umgekehrt, ich fühlte mich früher immer als Mädchen, doch bin ich ein Junge“. „Und mir sagte mein Vater Fabian, dass ich eigentlich ein Junge hätte werden sollen“, rief Pippi lauthals. „Ich weiss noch gar nicht, was ich bin“, warf Kassiopeia ein, „dabei bin ich schon über hundert Jahre alt“. „Hoi-hoi!“, schallte es aus Richtung des Teleboys, „so gesehen, sollte ich Telegirl heissen!“ Momo schlief. Doch die anderen wachten. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

9) Die Vögel.

Momo hatte einen Albtraum. Sie träumte, ein gefrässiger Vogel sei in die grülb’sche Galaxie eingedrungen und halte Ausschau nach Futter. Im Traum versteckte sich Momo schnell hinter dem grossen Panzer von Kassiopeia, diese feuerte die Mandarine Richtung Vogel, auf der Pippi sass. „Hunderttausend Höllenhunde!“, schimpfte Käpt’n Haddock, und der Teleboy schwankte aufgeregt von der linken Seite zur rechten und umgekehrt. Getroffen taumelte der Vogel auf den Planeten, direkt vor die Füsse von Wicki. Diese rieb an der Nase, so lange, bis es dem Frosch zu bunt wurde, dieser seine lange Zunge ausfuhr und blitzschnell den Vogel verschlang. In diesem Moment kamen zwei Dutzend Vögel geflogen, die sahen gleich aus wie der erste Vogel. Sie krächzten fürchterlich, und einer rief: „Wo ist Teresas Sohn?“ „Der Frosch“, antwortete Wicki, „der Frosch hat ihn gefressen. Du musst ihn küssen, dann wird aus dem Frosch ein Prinz“. Die Vogelschar stürzte im Deltaflug auf den Planeten und landete vor dem Frosch. Dem Frosch verschlug es vor Schreck die Sprache, er brachte nicht einmal ein „Quack“ heraus. Dann erwachte Momo. Vor ihr stand Teresa. Sie konnte sich dies nicht erklären. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.


10) Reise.

Momo trat nach dem Erlebnis mit der Vogelschar und Teresa eine weitere Reise an. Diesmal verschlug es sie nach MiniPlaybackStar. Diese Supernova, auf der utopisch gesprochen wird, hat einen neunfachen Sonnenfinsterniszyklus, und genau dies faszinierte Momo. Denn, obwohl niemand nichts weiss und niemand alles weiss, geht sie davon aus, dass der neunfache Sonnenturnus die intellektuellen Fähigkeiten gewaltig steigern dürfte. Zudem liessen sich auf diesem Stern die anderen Sonnen und Planeten sehr gut beobachten. Sie nahm sich also vor, länger auf MiniPlaybackStar zu bleiben. Für einmal konnte sich Momo alles erklären. Im Moment bleibt kein Rätsel offen.

 

11) Tod.

Momo war unendlich traurig. Warum starb die Taube? Eine Katze hatte eine von zwei weissen Tauben gefressen, einfach so. Momo beobachtete das Geschehen bei einem Besuch auf Planet EstefaniaEstragon. Sie war danach derart konsterniert, dass sie nicht mehr richtig denken konnte. Dabei hatte sie in ihrem Leben schon hundertfach Geschöpfe sterben sehen. Dies allerdings in einer Zeit, die anders verläuft als die Zeit auf dem Planeten Erde oder in der Grülb-Galaxie. Diesmal aber war es anders. Vielleicht lag es an der Engelsskulptur beim Steinbrunnen. Oder am Quellwasser mit seinen konstant 17 Grad Celsius. Auf jeden Fall konnte Momo Hanna schon verstehen, dass sie auf die Katze wütend war. Mit der gefressenen Taube starb auch ein Teil von Momo. Für immer. Die Traurigkeit hielt geraume Zeit an. Erst als die zweite weisse Taube zurückgekehrt war und hoch oben auf dem Engel gurrte, kam wieder Lebensmut in Momo. Der Preis dafür war, dass Momo die Gestalt einer Rabenkrähe annahm. Sie nannte sich von nun an Krabat. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

12) Das Ei.

Krabat flog über das Kuckucksnest. Dort entdeckte er vier Eier. Dank seines Zauberblicks erkannte Krabat in einem Ei den Kuckuck, der das Ei gelegt hatte. Krabat hätte geschmunzelt, wenn er dies gekonnt hätte; das ging aber verständlicherweise nicht, denn wer hat schon einen Vogel schmunzeln sehen? Die Kuckucksmutter also war niemand anders als der Urgrülb Joe. Genau, dieser Joe, den Käpt’n Joe, den wir in dieser rätselhaften Momo-Geschichte bereits einmal erleben durften. „Hunderttausend Höllenhunde“, hörte Krabat leise aus dem Ei fluchen, und da war er sich noch sicherer, dass darin tatsächlich eine Neuausgabe des ebenso legendären wie berüchtigten Käpt’n Joe drin sein musste. Krabat wollte sich dem zweiten Ei widmen, da hörte er gerade noch von ersten Ei her rufen „Und wo ist der Rum?!“. Krabat versuchte wieder zu schmunzeln - das kräuselte ein bisschen um den Schnabel herum – und dachte: „Kurz vor dem Betrachten des Eis kam mir die Geschichte von Tim und Struppi und dem geheimnisvollen Stern in den Sinn, und wieder trat genau das ein, was ich dachte!“. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

13) Jupiter.

Krabat erkannte im zweiten Ei den Jupiter. „Halt, ich kann doch nicht einen riesigen Planeten in einem so kleinen Ei sehen!“, zweifelte er. Krabat stellte sich ein riesiges Teleskop vor, etwa so gross wie das der Sternwarte Urania in Zürich, benützte es wie ein Mikroskop und warf einen virtuellen Blick durch das Fernrohr. „Doch, ich erkenne den Jupiter, ich sehe sogar vier seiner Monde, das müssen Gallisto, Europa, Ganymed und Io sein!“ „Weshalb lässt sich in einem kleinen Ding ein so grosses Ding sehen?“, fragte sich Krabat. Während diesen Gedanken vernahm er aus dem ersten Ei die Rufe: „Aasgeier, Ignorant, Schweissfussindianer! Neandertaler! Wasserkopf! Kartoffelkäfer!“ Der kleine Urgrülb alias Käpt’n Joe alias Käpt’n Haddock übte also fleissig für sein zukünftiges Leben.
„Vielleicht ist alles viel einfacher, als ich meine“, sinnierte Krabat. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

14) Höllenhunde.

Wieso konnte Krabat in das Ei hinein sehen? Hat es mit der Schwarzen Magie zu tun, derer er mächtig war? Der Rabe Krabat stammt ursprünglich aus Räckelwitz in der sächsischen Oberlausitz, und dort pflegte die sorbische Bevölkerung jeweils das Zauberhandwerk. Hie und da wurde aus einem Menschen ein Rabe. Krabat betrachtete das Kuckucksnest mit den vier Eiern. Aus dem ersten Ei ertönte zum wiederholten Male der Ausruf: „Lasst mich hier endlich raus, Hunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde!“, während im zweiten Ei die vier sichtbaren Monde Kallisto, Europa, Ganymed und Io um ihren Planeten Jupiter kreisten. Es war Silvesternacht. „Grülb ist eine Geschichte, die Geschichte einer Generation und die aller jungen Leute, die mit der Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin verstricken“, dachte Krabat. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

15) Liebe und Leben.

Krabat flog weiter, hoch hinaus in die Weiten der Galaxie. Er landete auf einem Planeten, den er kannte, direkt auf dem Kopf eines Teleboys, der langsam zu schaukeln begann. Krabat dachte: „Der Weg der Überwindung der Macht und ihren Verlockungen geht über die Liebe. Doch was ist Liebe?“ Der Teleboy antwortete, ohne direkt gefragt worden zu sein: „Liebe ist geduldig und freundlich, vor allem hier in der Grülb’schen Welt. Liebe kennt keinen Neid, keine Selbstsucht, sie prahlt nicht und ist nicht überheblich. Liebe ist weder verletzend noch auf sich selbst bedacht, weder reizbar noch nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Diese Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles und hält allem stand. So ist die Liebe in der Grülb-Galaxie“. Krabat wollte Liebe in dieser Form kennen lernen. Deshalb beschloss er, den Tod zu überwinden. Er verwandelte sich in wunderbarer Weise zurück in Momo. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.


16) Sputnik.

Momo düste im Sauseschritt durch die Grülb-Galaxie und legte dabei einen neuen Streckenrekord von 38.1 Lichtjahren oder 361.95 Billionen Kilometern zurück. Sie kam zum Planeten mit dem Kuckucksnest und seinen vier Eiern. Das dritte Ei war riesengross, das vierte sprach zu ihr: „Mich brachte der Storch aus der neuen Welt, Kolumbus hat mich entdeckt“. „Aha,“ dämmerte es Momo, „das könnte also das bekannte Ei des …..“ Doch das Ei fiel ihr ins Wort: „Ich bin nicht das, was Du denkst. Hier spricht das Orakel von Salomo: Die Sonne ist untergegangen im Tod, kein Windhauch weht, es existieren keine Zahlen, alle Fähigkeiten und Talente sind dahin, der Zugang zum Wissen ist versperrt. Und doch lebst Du, Momo, Du lebst, und der Ort, wo Du lebst, ist die Grülb-Galaxie.“
Momo wusste aus eigener Erfahrung, weil sie bereits einmal gestorben war, wie es im Tod war. Sie verfügte über die transzendentale Erkenntniskompetenz. Der Rabe Krabat war die Hülle, die Manifestation, doch sie selbst existierte weiter, in einer Dimension, die für Menschen nicht fassbar ist. Das vierte Ei sprach demnach die Wahrheit. Momo wünschte sich, sie könnte mit jemanden darüber sprechen. Mit einem kleinen Prinzen beispielsweise. Konnte er ihr die Rätsel dieser rätselhaften Galaxie erklären?

 

17) Antoine.

Momo entdeckte nach längerer Irrfahrt durch die Grülb-Galaxie einen kleinen Ajaccio-Asteroiden, auf dem der kleine Prinz wohnte. Sie landete auf einem Affenbrotbaum und grüsste den einzigen Bewohner. Sie schilderte ihm ihre Geschichte, angefangen von der Ankunft in der Galaxie, dem Phänomen mit den Teleboys, ihre wechselnden Identitäten und Geschlechter, die Besuche auf anderen Sternen und Planeten der Galaxie, die Krabat-Zeit mit Käpt’n Joe und dem Kuckucksnest mit den Eiern. Besonders vom Orakel von Salomo sprach sie, und sie wollte wissen, wer sie war und wozu die Grülb-Galaxie existierte. Gespannt wartete Momo auf eine Antwort des kleinen Prinzen. Doch dieser blieb stumm. Dann gähnte er. Und schwieg weiter. Nach einer Weile, Momo kam es vor wie lange Stunden, sprach der kleine Prinz: „Es gibt eine Zeit zum Reden, und es gibt eine Zeit zum Schweigen. Komm morgen wieder, kleines Mädchen“. Leicht enttäuscht verabschiedete sich Momo von diesem seltsamen Prinzen und flog zurück in die weiten des Alls. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

18) Der kleine Prinz vom kleinen Prinzen.

Am nächsten Tag landete Momo wiederum auf dem skurrilen Affenbrotbaum (siehe Bild unten) des Ajaccio-Asteroiden, auf dem der kleine Prinz lebte. Der kleine Prinz war nicht alleine, neben ihm stand ein kleiner Junge. „Wer bist Du?“ fragte Momo. Der kleine Junge antwortete: „Ich bin der kleine Prinz vom kleinen Prinzen. Beachte die Worte des Orakels von Salomo. Die Sonne ist untergegangen im Tod, kein Windhauch weht, es existieren keine Zahlen, alle Fähigkeiten und Talente sind dahin, der Zugang zum Wissen ist versperrt. Das ist der Schlüssel zur Ewigkeit, Momo. Heute ist Karfreitag, vor vielen Jahren wurde auf dem Planeten Erde Jesus gekreuzigt. Siehe den Baum des Lebens und des Todes. Siehe, da ist noch mehr. Ich zeige Dir den Baum der Erkenntnis, der Schlüssel zu Gut und Böse. Es ist der Weg des Erfolges. Nimm als Beispiel die Max Schweizer AG. Ideen die begeistern, Fachwissen das überzeugt, Leistungen die stimmen, Menschen die für Dich da sind, seit 125 Jahren. Siehe, da ist der Affenbrotbaum, der Baum des Lebens und des Todes und der Baum der Erkenntnis. Beides zusammen. Momo, sei achtsam.“ Der kleine Prinz vom kleinen Prinzen redete einfach weiter: „Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Deine Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. Momo, alles steckt in Dir. Ent-decke es!“ Staunend stand Momo daneben. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

19) Der geheimnisvolle Baum.

„Mein Sohn spricht immer die Wahrheit, denn er ist meine unmittelbare Seele, die Seele der Welt“, ergänzte der kleine Prinz. „Siehe, es gibt eine Zeit zum Ruhen, und es gibt eine Zeit zum Handeln. Jetzt ist die Zeit zum Handeln. Ostern ist gekommen. Momo, kleines Mädchen, geh zum ersten Teleboy, der Dir in der Grülb-Galaxie begegnete, und sage ihm, dass Du nicht mehr Käpt’n Joe, Momo oder Krabat sein möchtest, sondern Du selbst. Du selbst, ein Grülbianer der Grülb-Galaxie. Nur der Teleboy kann Dir die Antwort auf Deine Fragen geben. Denn ich sage Dir: Der Teleboy bist Du selbst. Er ist Deine Vorstellung von Dir selber. Hinausgetragen in die Welt. So erkennst Du Dich. Momo, Du kleines Mädchen, es ist wie mit meinem Sohn da neben mir. Er ist das Ich, meine Seele, der kleine Prinz vom kleinen Prinzen.“ Momo stieg vom Affenbrotbaum herunter. „Dieser Baum, alles steckt in diesem Baum?“ fragte sich Momo. Sie wollte nun schnurstracks zurück zum Planeten mit den Teleboys. „Vielen Dank, kleiner Prinz, und vielen Dank, kleiner Prinz vom kleinen Prinzen. Ich gehe zurück zum ersten Planeten, auf dem ich bei meiner Ankunft in der Grülb-Galaxie gelandet bin“. Die beiden Prinzen lächelten. Der kleine Prinz vom kleinen Prinzen sagte: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist nun mit dem Affenbrotbaum vertraut. Und mit meinem Vater. Und mit mir, als Seele des kleinen Prinzen und Seele der Welt. Denke daran.“
Momo weinte. Ein weiteres Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie also.

 

20) Wipplala!

Momo landete am Ostermontag wieder auf jenem Planeten, auf dem sie zuerst in dieser rätselhaften Grülb-Galaxie ankam. Sie stiess den Teleboy an, dieser schauckelte links, rechts, links, rechts. Momo stellte sich nun vor, wie der Teleboy zu sprechen begänne. So geschah es; der Teleboy begrüsst sie: „Ah, Du bist es wieder! Willkommen zu Hause. Wusstest Du, dass ich Dir viel zu sagen habe? Ich kenne Dich, Dein Leben, Dein Suchen, Deine Geheimnisse. Kleines Mädchen, Du bist nicht von dieser Welt.“ Momo wollte wissen, wer sie war und wozu die Grülb-Galaxie existierte. Der Teleboy antwortete: „Hör mal, kleines Mädchen. Du hast auf Deiner Reise durch die Grülb-Galaxie eigentlich alles Wesentliche gehört. Schaffe Dir nun selber einen kleinen Prinzen und nenn ihn Wipplala. Wipplala ist Dein innerstes Ich, Dein Selbst, er ist Momo, Momo ist Wipplala.“ Im selben Augenblick, als sich Momo ihren Wipplala vorstellte, stand er auch schon vor ihr. „Hallo Du, Momo. Ich bin Wipplala, ein Zauberlehrling aus Holland.“ Diese Worte kamen nicht etwa aus dem Mund von Wipplala, sondern sie bildeten sich im Kopf von Momo. Der Wipplala stand stumm lächelnd vor ihr.
Auf einmal war der Teleboy verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt, oder vielleicht müssten man sagen, aus der Grülb-Galaxie entrückt, da es streng genommen ja nicht der „Erd-boden“ war, auf dem sie standen. Wie auch immer. Von nun an war Wipplala ihr ständiger Begleiter. Er wusste auf alles eine Antwort, ohne dass er selber antwortete; Wipplala blieb stets stumm. Aber Wipplala bewirkte, dass in Momo Gedanken in Gang gesetzt wurden und sie Antworten auf ihre innersten Fragen erhielt. Wipplala verursachte dazu ein leichtes Kräuseln in Momos Bauch. Immer wenn Wipplala gedanklich wirkte, kam es ihr vor, als streichelte eine unsichtbare Hand ihren Unterleib. Es fühlte sich erquickend an, kitzelte ein klein wenig, aber nicht unangenehm. Wieder stand Momo also vor einem Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie.

 

21) Felix.

Eine Träne fiel von Wipplalas Auge direkt auf die nackte Schulter von Momo. „Was hast Du?“ fragte sie. „Nichts. Es ist nur….. Du weisst, ich stehe in Verbindung zum Teleboy. Und der Teleboy steht in Verbindung zu einem lieben Menschen, der vor kurzem gestorben ist“. Während der vergangenen Wochen sind Momo und Wipplala dicke Freunde geworden. Es war nun das erste Mal, dass sie Wipplala traurig sah. Das betrübte auch sie. Um auf andere Gedanken zu kommen, dachte sie an die interessante bisher in der Grülb-Galaxie verbrachte Zeit zurück. Ihr fielen die Worte des Orakels von Salomo wieder ein: „Die Sonne ist untergegangen im Tod, kein Windhauch weht, es existieren keine Zahlen, alle Fähigkeiten und Talente sind dahin, der Zugang zum Wissen ist versperrt. Und doch lebst Du, Momo, Du lebst, und der Ort, wo Du lebst, ist die Grülb-Galaxie.“ Wieder stand Momo also vor einem Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie.

 

22) Pfingsten.

„Bald ist Pfingsten,“ dachte Momo. Sie musste zu ihrem Heimatplaneten heimfliegen, bevor die Sprachen der Galaxien verwirrt wurden. Sie sagte der Grülb-Galaxie auf Wiedersehen, in dem sie einige Geheimnisse, über die sie in der vergangenen Zeit nachgedacht hatte, preisgab.
Die Grülb-Galaxie ist unsere Welt, und das, was wir daraus machen. Das Kuckucksnest mit den vier Eiern sind unsere Talente. In der Polarität sind die vier Monde des Jupiters die vier Eier. Erstes Ei ist das Urbedürfnis (ich will), das zweite Ei ist das Grosse im Kleinen, das dritte Ei das Kleine im Grossen und im vierten Ei befindet sich das Geheimnis des Lebens. Kohelet sagte: Es ist kein Wissen, kein Können, kein Rechnen und kein Tun in der Unterwelt, zu der wir unterwegs sind. Darin liegt das Geheimnis des ewigen Lebens. Schaffe Deinen eigenen Wipplala. Er ist eine Hilfe, Dich selber besser kennen zu lernen, Dich und Deine Handlungen in dieser Welt und in der Grülb-Galaxie zu reflektieren.

 

23) Schluss.

Die Geschichte ist nun zu Ende. Das Rätsel in dieser rätselhaften Galaxie hat sich gelöst. Falls Du eine Fortsetzung wünschst, hast Du zwei Möglichkeiten: Du schaffst sie selber und spinnst die Geschichte nach Deinen Vorstellungen weiter. Oder Du schreibst Momo, dass sie weiterleben und noch viele Abenteuer mit vielen Erkenntnissen erleben soll. Schreibe mir Deinen Kommentar auf mein Facebookprofil.

 

Deine Momo, Dein Wipplala.